• das mit dem Auto....

    Wenn ich vorher geschrieben habe, ueber ungelegte Eier soll man nicht sprechen, dann sollte ich auch jetzt, rund 5 Monate nach unserem Autokauf nicht schreiben. Noch immer haben wir keine Nummernschilder....

    Aber wir sind schon fast soweit. Nachdem auch nach der 2. Reise nach Hanoi klar wurde, dass es keine Schilder geben wird (die gibts erst in Nha Trang), hab ich das Auto kurzentschlossen ohne Anmeldung hierher gefahren. 5 Tage und rund 1800 km. Nette Reise, wenn auch stets ein wenig nervoes :). Irgendwo auf dem Ho Chi Minh Highway musste ich dann auch kraeftig bezahlen. Die Polizei meinte ich waere zu schnell gefahren. 70 anstatt 40. Ich verneinte, die Cops blieben dabei, ich verneinte wieder, usw. Irgendwann meinte der Chef der Patroullie: "Ok, du warst nicht zu schnell, aber du faehrst ohne Nummernschilder".daraufhin hab ich dann schweigend bezahlt und bin zaehneknirschend weiter gefahren.

    Trotzdem war die Fahrt sehr schoen. Teilweise ging es auf sehr gut ausgebauter Strasse flott und bequem voran, teilweise war ich froh, dass ich 4 Rad Anrieb hatte.

    Wieder hier war ich bereits 5 x beim Zoll der Provinz, 3 x beim Zoll der Stadt, 2 x beim Finanzamt und 3 x bei der Zulassungsstelle. In 2 Wochen soll ich definitiv meine Schilder bekommen. Die mit dem NN in der Mitte fuer Auslaender.

    Bleibt abzuwarten was passiert. Wir benutzen das Auto jedenfalls schon kraeftig auch ohne Zulassung, aber sollte es irgendwann tatsaechlich eine bekommen, dann machen wir hier ein riesen Fass auf!

  • Autokauf in Vietnam - die Zusammenfassung

    Für alle, die in der EZ in Vietnam tätig sind und planen ein Auto einzuführen, hier eine kurze Übersicht. Die Informationen beruhen auf meinen Erfahrungen und können von Fall zu Fall stark abweichen. Sie sind als Tips zu verstehen, die ich aus meinen eigenen "Try and Error" (siehe vorheriger Post) Schritten entstanden sind. Stand der Informationen ist Juli 2009.

    In einem Rahmenabkommen zwischen der Deutschen und der Vietnamesischen Regierung ist vereinbart, das Mitarbeiter in der EZ verschiedene Dinge steuerfrei einführen dürfen. Die Einfuhr- und Luxussteuer in Vietnam ist imens, daher ist der Import eines KFZ evt. finanziell reizvoll. Dagegen steht allerdings der enorme Aufwand den die ganze Prozedur mit sich bringt...

    Herzstück des ganzen ist eine Bescheinigung vom MPI (Ministery for Planing and Investment). Darin wird bescheinigt, dass du als EH tätig bist, wo du arbeitest, wem du mit deinem Projekt unterstehst, das du unter das Rahmenabkommen fällst und ergo 1 Fahrzeug steuerfrei einführen darfst.

    Beantragt wird die Bescheinigung von deinem Projektträger und zwar über die zuständige Stelle. Dies kann z.B. das Peoples Committee sein, das Ministry of Labor Invalids and Social Affairs (MoLISA), oder auch eine ander Stelle. Welches die zuständige Stelle ist kann über deine EZ Organisation, oder direkt beim MPI erfragt werden. Sollte dein Projektträger schon Erfahrung damit haben, um so besser. Wenn nicht solltest du dies von vornherein klären. Dieses Papier solltest du so früh wie möglich beantragen, selbst wenn das Auto selber noch gar nicht gekauft wurde. Verlass dich dabei möglichst wenig auf Zusagen und scheu dich nicht davor immer wieder nachzuhaken. Lass dir von allen Schriftstücken Kopien geben.

    Die Bescheinigung muss dann persönlich beim Zoll vorgelegt werden, evt. zusammen mit einem Antrag deines Projektträgers. Achte darauf, dass bei einer Neueinfuhr (ich habe gebraucht gekauft und hatte also nicht das Problem des Transports und der Einfuhr) das Auto nur eine bestimmte Zeit im Zoll stehen darf - danach wird es zur Versteigerung freigegeben ;)

    Danach geht es mit den ganzen Papieren zur Zulassungsstelle, dann zur Versicherung und schon hast du dein Auto. Ist doch ganz einfach, oder?

    Über die Neueinfuhr kann ich wenig schreiben, da ich wie gesagt gebraucht gekauft habe. Aber da hilft sicherlich der Händler weiter (wenn du denn hier kaufst und keinen Eigenimport machst).

    Gleiches gilt übrigens sinngemäß auch für Container mit persönlichen Sachen die aus D mitgebracht werden.

    Sicherlich ist es sinnvoll schon im Vorfeld eine Agentur einzuschalten die sich auf diese Problematik spezialisiert haben. Davon gibt es hier einige, hier die Agentur mit der ich zusammenarbeite: www.danko.com.vn Ist zwar nicht ganz billig, spart aber doch einige Nerven. Evt. hilft ja auch der Händler, oder deine EZ-Organisation weiter.

  • Autokauf in Vietnam - die Langfassung

    Über ungelegte Eier soll man ja bekanntlich nicht sprechen und also sollte ich über das Auto, was wir uns im April gekauft haben, noch nicht schreiben – denn das haben wir eigentlich noch gar nicht.

    Aber von vorn: In Vietnam gibt es eine sehr hohe Einfuhrsteuer für PKWs. Je nach Alter und Wert des Fahrzeugs kann die schon mal um die 80% liegen. Luxussteuer und Mehrwertsteuer runden das ganze ab und lassen Autos hier sehr viel teurer werden als z.B. bei uns Zuhause. Autos die älter als ich glaube 5 Jahre sind dürfen gar nicht erst eingeführt werden. Daraus ergibt sich, dass z.B. Mercedes in Vietnam eine Miniproduktion aufgebaut hat – Teile zu importieren und hier zusammenzuschrauben ist günstiger als fertige Autos einzuführen. Auch wenn die Produktion sich in anderen Ländern aufgrund der geringen Stückzahlen nicht wirklich lohnen würde.

    Das nur als Einführung, dass das Thema Auto hier ein heikles und teures Thema ist – und ein sehr kompliziertes...

    Kerstin hat es in ihrem letzten Post ja schon beschrieben, die Transportmöglichkeiten sind mit unserer kleinen Laura sehr beschränkt und nach unseren Vorstellungen auch nicht gerade sicher. Mit der ganzen Familie auf dem Moped durch die Stadt cruisen macht Spass, ganz besonders unserer Lütten, aber das schlechte Gewissen fährt immer mit. Vietnam ist eben das Land mit der höchsten Todesrate bei Verkersunfällen. Und aus der Stadt rausfahren erhöht das Risiko enorm. Also haben wir uns entschlossen ein Auto zu kaufen um ein wenig beweglicher zu sein und auch die weitere Umgebung erkunden zu können.

    In Vietnam gibt es ein Rahmenabkommen zwischen der Deutschen und der Vietnamesischen Regierung, welches unter anderem besagt, dass Entwicklungshelfer ein Fahrzeug steuerfrei einführen dürfen. Damit werden die hohen Steuern zum Vorteil, denn Netto sind die Autos natürlich sehr günstig, ansonsten könnte sich ja hier niemand ein Auto leisten. Und wenn man nun noch ein gebrauchtes Fahrzeug bekommen könnte, welches schon steuerfrei eingeführt wurde, dann wäre das ein echtes Schnäppchen. Günstiger Preis, keine Organisation der Einfuhr, kein rumrennen wer was macht und das mit den Papieren ist ja auch viel einfacher... Soweit die Theorie.

    Also habe ich Internetadressen von Internationalen Organisationen in VN recherchiert und eine Rundmail geschickt. "Wer hat ein Auto zu verkaufen?" Tatsächlich gab es mehrere Angebote. Die meisten immer noch zu teuer, aber dann hat die Niederländische Botschaft geschrieben. Ein Nissan Terrano, 6 Jahr alt mit 90.000 km auf dem Tacho zu einem unschlagbar günstigen Preis. Nach einige Tagen hin und her überlegen (brauchen wir denn wirklich ein Auto? Ein Automatik wäre aber viel besser...) die Entscheidung: Kaufen!

    Da das Auto in Hanoi steht, 1400 km entfernt von Nha Trang, hat sich das DED Büro bereit erklärt die Formalitäten zu erledigen. Was wir als erstes brauchen und was das Herzstück der ganzen Kaufprozedur ist, ist ein Schreiben vom Ministerium für Planung und Investitionen (MPI), welches bescheinigt, dass ich hier in Nha Trang am Ausbildungscollege arbeite und unter das Rahmenabkommen falle. Dieses muss vom Volkskomitee der Provinz beantragt werden. Die Beantragung der Beantragung geschieht durch meinen Projektträger, sprich durch das College. Der DED hat also meiner Schule erklärt was zu tun ist und die Schule hat ein entsprechendes schreiben an das Volkskomitee geschickt. Nach 6 Wochen Bearbeitungszeit wurde ein Papier aus der Akte gezogen, welches schon 2 Jahre alt ist und bescheinigt, dass ich am College arbeite... Also gab es neue Erklärungen vom DED und das College hat einen neuen Antrag an das Volkskomitee geschickt. Dieses hat sich wieder 6 Wochen Zeit gelassen um dann zu erklären, dass sie dafür nicht zuständig sind. Mein Projekt untersteht nämlich nicht dem Volkskomitee, sondern dem Ministerium für Labor, Invalids and social affairs (MoLISA)...

    Also wurde ein neuer Antrag geschrieben an MoLISA in Hanoi. Nach vielen Rückfragen und Telefonaten wurde der Antrag weitergeleitet an die Program Management Unit (PMU), die sowas wie das Ausführungsorgan für unser Projekt sind. Die wussten aber beim besten Willen nichts damit anzufangen und haben uns den Antrag zurückgegeben, mit dem Hinweis, dass dafür doch wohl das Volkskomtiee zuständig sei.

    Zwischenzeitlich war ich in Hanoi und wollte die Gelegenheit nutzen, dass Auto runter zu fahren. Kein Problem, sagte der DED, angemeldet werden muss die Karre ja eh hier in Nha Trang und mit einer Bestätigung vom DED, die hinter die Scheibe geklemmt wird, sollte das fahren ohne Nummernschilder "nicht allzu viele Probleme machen"... Also hin zur Botschaft der Niederlande und schnell das Auto geholt und dann gemütlich in 3-4 Tagen runter nach Nha Trang gefahren. Die Vorfreude wich einem ersten Anstieg des Adrinalinspiegels, als mir Jos, der zuständige Sachbearbeiter mitteilte, dass das Geld noch nicht überwiesen wurde. Arrgh! Schnell Kerstin aus dem Bett geklingelt (die ja immer noch in Deutschland ist) und tatsächlich, die Überweisung hat sich durch Pfingsten und verschiedene andere Faktoren verzögert, müsste aber spätestens heute oder morgen gebucht sein. Also sprichwörtlich Tee trinken und abwarten. Mittags kam dann die Meldung, das Geld sei da! Gut gelaunt und voller Tee bin ich also wieder zur Botschaft und gerade bei der Schlüsselübergabe kam ein Mitarbeiter der Botschaft und erklärte mir, dass ich natürlich mit dem Auto fahren kann (er bewunderte meinen Mut die ganze Strecke ohne Nummernschilder zu fahren), aber dass ja noch die Vorführung beim Zoll ansteht – und das geht nur in Hanoi!

    Resigniert habe ich mir ein Rückflugticket gekauft und das Auto innerlich schon abgeschrieben.

    Bisher hatte ich alles meine vietnamesischen Kollegen machen lassen, aber so langsam lagen die Nerven blank und ich bin selber zum Volkskomitee gegangen. In langer Diskussion erklärte mir der Sachbearbeiter, dass er auch nach langem suchen keine Vorschrift gefunden habe, die besagt, dass er diesen Antrag an das MPI schicken soll. Auf meine Nachfrage, ob es denn eine Vorschrift gebe, dass er diesen Antrag NICHT schicken soll gab es wieder eine längere Diskussion. Am Ende versicherte er mir, dass er das Papier schreiben wird, aber das mit Sicherheit sein Chef das Papier nicht abzeichnet – es sei denn MPI würde ihm die notwendige Prokura geben. Ha, damit war ich einen Schritt weiter und habe beim MPI angerufen, etwas, was ich ganz am Anfang schon hätte tun sollen. Die versprachen auch gleich Hilfe und wollten sich nächsten Tag wieder melden. Zwischenzeitlich hatte der Direktor des Colleges aber schon seine Beziehungen spielen lassen und irgendwie den zuständigen Abteilungsleiter beim Volkskomitee dazu überredet endlich dieses Papier zu unterschreiben. Jetzt schien alles gut zu werden – ein Trugschluss, dem ich hier immer wieder mal unterliege...

    Aufgeschreckt durch meinen Anruf, kam am nächsten Tag vom MPI die Meldung, dass das Volkskomitee tatsächlich nicht zuständig sei, sondern MoLISA. Eine Ansage, die vor drei Monaten Gold wert gewesen wäre, aber jetzt eher kontraproduktiv war, hatte ich den Antrag vom Komitee doch schon so gut wie in der Tasche. Also haben wir das einfach ignoriert und siehe da, zwei Wochen später kam die lang erwartete Bescheinigung vom MPI, dass ich steuerfrei ein Auto einführen darf! Juhuuuu! Das war am letzten Donnerstag.

    Jetzt wurde die Agentur, die ich zwischenzeitlich beauftragt habe, aktiv. Vorführung beim Zoll, Anmelden mit Kurzzeitkennzeichen (ja, so etwas gibt es hier anscheinend doch) und Versichern sind die nächsten Aufgaben. Da ich meine Reise nach Hanoi und die Rückfahrt schon geplant habe, bleibt der Agentur genau eine Woche um alles zu erledigen. Die Vollmachten und Anträge für Zoll und Polizei hätte die Agentur natürlich auch schon vorher erledigen können, aber über so etwas rege ich mich hier schon gar nicht mehr auf. Auch das in der Bescheinigung vom MPI meine Passnummer falsch geschrieben wurde wird sich irgendwie regeln und spätestens am nächsten Sonntag weiß ich, ob wir nur wissen, dass wir ein Auto gekauft haben, ob ob wir es auch wirklich fahren können....

  • Arbeitsalltag

    Ist mal wieder eine halbe Ewigkeit her, dass ich etwas geschrieben habe. Ich weiß ja nicht wie es euch daheim gebliebenen geht, aber hier vergeht die Zeit einerseits wie im Flug, andererseits bin ich erst ein gutes Jahr hier und es kommt mir vor wie 10 Jahre. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob diese Ambivalenz was mit Vietnam, oder mit dem Alter zu tun hat....

    Wie dem auch sei, Fakt ist, dass ich selten schreibe und wahrscheinlich gar niemand mehr diesen Blog ließt. Trotzdem schreib ich tapfer weiter und freu mich natürlich immer über Kommentare – die allerdings bis dato eher selten sind.

    Große Freude und Aufregung im März, als meine Familie hier eingefallen ist (siehe die letzten Posts). Um so größer ist der Frust nun, da Kerstin und Laura im Mai schon wieder Hals über Kopf gen Heimat abgereist sind. Ein Notfall in der Familie war der Grund. Leider konnte ich nicht mit, denn entgegen der weitläufigen Meinung, dass Entwicklungshelfer eher eine ruhige Kugel schieben, habe ich gerade eine sehr aktive Phase und viel zu tun. Aber dazu später. In 14 Tagen hat die Waterei zum Glück ein Ende, Mitte Juli sind die beiden wieder hier und Skype hat zwei Dauertelefonierer weniger. Dann wird es auch auf der Arbeit ein wenig ruhiger und wir können hoffentlich ein paar Tage frei machen und ein wenig ausspannen.

    Ein kurzer Einblick in den harten Arbeitsalltag eines Entwicklungshelfers:

    Die neu ins Leben gerufene CNC-Expertengruppe hat sich das erste Mal getroffen. Da ich Initiator und Organisator war, gab es entsprechend viel zu initiieren und organisieren und kleinere Abspracheprobleme mit dem Projektoffice in Hanoi haben in letzter Minute noch dafür gesorgt, dass hier keine Langeweile aufkommt (um es mal positiv auszudrücken). Für das Treffen haben wir auch endlich das lang geplante CNC-Internetforum realisiert. Für alle interessierten gibt es HIER (leider noch nicht so viel) Informationen.

    Danach ging es gleich weiter mit dem zweiten Teil der Betriebsbesuche, die insgesamt vier Wochen dauerten und an vier verschiedenen Standorten in Vietnam stattgefunden haben. Zusammen mit meinem Kollegen Hanno habe ich rund 30 Unternehmen besucht und wir haben uns einen Überblick verschafft zu den Themen Stand der Technik, Zusammenarbeit zwischen Industrie und Ausbildungszentren, sowie Bedarf an Qualifizierung und Weiterbildung. Zwischendurch Fachgruppentreffen in Hanoi, sowie knapp eine Woche Moderations-Training, anschließend Treffen des Mitwirkungsausschuß.

    Kaum wieder zuhause, wollte auch gleich der Projektplatz Besuch des Landesdirektors vorbereitet werden, es mussten Protokolle und Reports geschrieben werden (die eigentlich immer noch nicht fertig sind). Na, und um "meine" Schule muss ich mich ja auch noch ein bisschen kümmern. Also haben wir ein "Wie geht es denn in Zukunft eigentlich weiter" Meeting gemacht mit entsprechender Vor- und Nachbereitung. Das wiederum ist notwendig, weil bis Ende Juli entschieden werden muss, ob ich meinen Vertrag verlängere, oder ob tatsächlich schon Ende Mai 2010 Schluss ist. Die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber es hängt nur noch an Kerstin und mir – alle anderen wollen schon gerne, dass ich bleibe. In unserem "Zukunftsmeeting" kam übrigens raus, dass wir im Falle einer Verlängerung hohe Ziele anstreben. So wäre ein erster Schritt die Zertifizierung der Ausbildungswerkstatt nach ISO 9001, darüber hinaus soll ein Konzept entwickelt werden um professionelle Produktion und qualifizierte Ausbildung zu verbinden und so einerseits industrienah auszubilden, andererseits aber auch den immer knapper werdenden Förderungen des Staates entgegen zu wirken. Das alles beinhaltet natürlich immer noch den Aufbau der von der KfW finanzierten CNC Maschinen (wenn sie denn endlich mal kommen – neuer Termin ist Ende 2009), die entsprechende Lehrplanentwicklung und noch jede Menge anderer "Kleinigkeiten" die zu tun sind.

    Und jetzt sind wir gerade in der heißen Phase der Vorbereitung für unseren Messeauftritt auf der MTA. Das ist sowas wie die EMO Vietnams (für die wenigen eingeweihten Maschinenbauer), also eine Fachmesse für Fertigungstechnik und Produktion. Die findet vom 8.7 – 11.7.2009 in Saigon statt und da haben wir einen Stand gemietet. Als Aussteller auftreten werden Vertreter von 4 Ausbildungszentren, sowie das TVET – Projektbüro. Da die Vertreter der Schulen auch alle Mitglieder der CNC-Expertengruppe sind, bin ich als Betreuer und teilweise Organisator gefordert und also auch dabei. Ist spannend, macht aber auch jede Menge Arbeit. Montag Abend geht es zu viert mit dem Nachtzug nach Saigon. Ich denke die Kollegen werden sicherlich die eine oder andere Büchse Bier dabei haben und so werden wir gleich die Prioritäten für die nächsten Tage festlegen

    Und ganz nebenbei haben wir ja noch ein Auto gekauft. Das allerdings ist einen eigenen Blogeitrag wert und ich hoffe ihr müsst nicht allzulange darauf warten...

  • Vietnam for Beginners

    (von Kerstin)

    Ein Punkt, der schon ewig auf meiner to-do-Liste steht: Gasteintrag im
    Blog schreiben. Jetzt aber wirklich ;)

    Unglaublich, nun sind Laura und ich schon fast 2 Monate hier. Die
    Mangos an unserem Baum sind schon ansehnlich gross geworden und wir
    haben uns schon ganz gut eingelebt. Das schreibt sich zwar so leicht
    dahin, aber leicht war und ist es nicht. Die Wärme, die Arbeit mit der
    in punkto angemessene Unterhaltung und Abwechselung zunehmend
    anspruchsvollen Lütten und überhaupt das fremde Vietnam machen mir
    schon noch zu schaffen. Was aber nicht darueber hinweg täuschen soll,
    dass wir glücklich sind, hier & zusammen zu sein ;)

    Anscheinend muss man in diesem Land irgendwann lernen, "loszulassen".
    Also, die Hitze, den Lärm, die Eigenheiten der Vietnamesen einfach
    gelassen zu sehen und sich darauf einzustellen. Das gelingt mir mal
    mehr und mal weniger.... Z.B. ist der Riesenaufstand, der ständig um
    Laura gemacht wird, manchmal ganz witzig und amüsant, meistens fuer
    mich aber eher störend und anstrengend. Während wir in Deutschland
    ungestört spazieren gehen konnten, erregen wir hier (vor allem im
    Bondolino, der Babytrage) immer Aufsehen. Und dann kommen eben auch
    immer dieselben Sprüche und Fragen: Bebi, Bebi! How many months? Boy
    or girl? So beautiful! Gefolgt von Gefummel und Baeckchen- und
    Beinekneifen. Manchmal artet das dann etwas aus, wie neulich, als ein
    Mädl Laura mit ihrem Handy fotografieren wollte und ihr beständig die
    Hände aus dem Mund gezerrt hat, weil Babys in Vietnam nun mal nicht
    die Hände in den Mund nehmen sollen. Schwer, das einem zahnenden Baby
    schonend klarzumachen ;)

    Aber längeres spazierengehen ist ohnehin nur morgens oder abends
    möglich, sonst ist es mit Laura vor dem Bauch (und auch ohne) einfach
    zu warm. Zur Veranschaulichung: ein Stück Toblerone benötigt ca. 10
    Minuten, um sich flach ueber den Teller zu ergiessen :) Darum bin ich
    auch sehr froh, dass es mit dem Rollerfahren ganz gut klappt, was ich
    mir am Anfang noch nicht vorstellen konnte. Natürlich bleibt trozt
    grösster Konzentration und vorsichtigem Fahren immernoch ein
    Restrisiko, aber wenn man über Wochen hinweg ganze Familien halb
    gestapelt auf Mopets fahren sieht, relativiert sich das deutsche
    Sicherheitsdenken irgendwann ;) Naja, der Verkehr hier ist sowieso ein ganz eigenes Thema.

    So, Punkt "Blogeintrag" ist erstmal abgehakt, aber der nächste folgt
    bestimmt :)

  • Frühstück im stehen

    Banh canh ist eine Art Pastateig aus Reis. Gerollt mit einer Füllung aus Zwiebeln, Pilzen, Mett und bestimmt noch die eine oder andere, nicht zu definierende Zutat, gibt das ein sehr leckeres und günstiges Frühstück. Gegessen wird auf der Strasse, an Ständen die meist so gegen 5 Uhr ihre Plastiktischchen aufbauen und gegen 9 wieder abbauen - keine Chance für Spätaufsteher.

    Nun ist es aber so, dass in Vietnam seit einiger Zeit der Strassenverkauf verboten ist. Schwer vorstellbar, aber so ist es. Also, ob nun wirklich der Verkauf verboten ist, kann ich nicht sagen, aber das Aufstellen von Tischen und Stühlen auf der Strasse ist auf alle Fälle nicht mehr erlaubt. Wer schon einmal in Vietnam war und die unzähligen kleinen Strassenbuden kennt, wird sich über diese Regelung wundern.

    Praktisch sieht das so aus, dass es natürlich weiterhin den Strassenverkauf gibt und auch Tische und Stühle aufgestellt werden (diese lütten Plastikdinger auf denen bei uns die Kinder sitzen :) ). Durch die Strassen fährt dann langsam die Polizei mit Auto und LKW. Wird man / frau der herannahenden Obrigkeit gewahr, wird hektisch alles zusammengerafft und hinter der nächsten Mauer in Sicherheit gebracht. Was noch auf der Strasse steht, wenn die Polizei aussteigt, wird mitgenommen und kann gegen Gebühr nach 4 Wochen wieder abgeholt werden. Danach wird alles wieder hektisch aufgestellt, weil ja die ganzen Kunden stehend mit Kaffee oder Frühstück in der Hand darauf warten sich wieder hinsetzen zu können.

    Die Welle, die sich durch die Strasse zieht ist amüsant anzusehen, aber für die Strassenverkäufer im schlimmsten Fall existenzraubend. Ein kleiner Plastikhocker kostet zwischen 20.000 und 50.000 VND, ein Tisch kann schon bis zu 100.000 VND kosten. Wenn auf einmal 4 Tische und 12 Stühle futsch sind, kommt da ganz schön was zusammen. Zum Vergleich: Der Kaffee kostet auf der Strasse rund 5.000 VND (das alles Stand 04/2009 - in drei Monaten stimmen die Preise schon wieder nicht mehr).

    Dummerweise fällt die Zeit in der ich auf dem Weg zur Arbeit frühstücke, meist mit der Patrouille der Polizei zusammen. Dann stehe ich, so wie auch heute morgen, mit meiner Schale Reispasta und den Stäbchen in der Hand bedröppelt in der ganzen Rennerei und staune, wie so oft, mit offenem Mund über das Leben in Vietnam.

  • Mangomarmelade

    Die beiden grossen Mangobäume in unserem Garten sind nicht nur ausgezeichnete Schattenspender. Mittlerweile tragen sie Früchte und an den tiefhängenden kleinen Mangos stossen wir uns regelmässig die Köpfe. In ein paar Wochen ist Erntezeit - und dann...? Leider ist Matthias, mein Schwager und Mangoverehrer nicht hier, also was tun mit der Fülle an leckerer Frucht?

    Tja, dann gibt's Mangomarmelade! Kerstin ist schon fleissig am üben und heute abend gab es den ersten Pfannkuchen mit dem Prototyp. Sehr lecker.

    Die Marmeladenproduktion wird übrigen supported von dem guten Frank, der hier in Nha Trang eine deutsche Kneipe hat und der mit viel Fantasie und Begeisterung jede Menge "deutsche" Gerichte zaubert. Seine selbstgemachten Würstchen sind wirklich gut und wenn wir Schwarzbrot und Käse haben wollen, dann rufen wir den Frank an.

    Unsere kleine Laura findet Mango übrigens auch sehr lecker. Nach anfänglichem Gesicht verziehen nuckelt Sie begeistert daran rum. Und dann erst das Spiel mit dem glitschigen Mangokern..... :)

  • "Bäbie, Bäbie!"

    Na frohe Ostern alle zusammen!

    Nu sind sie da, meine beiden Mädels! Seid drei Wochen ist hier alles auf den Kopf gestellt, das Haus hat sich mit Leben gefüllt (hab ich schon erwähnt, dass ich ein tolles Haus mit Garten angemietet habe?) und das Schlafdefizit wird immer grösser. Kerstin und Laura sind vor drei Wochen angekommen und Nha Trang hat einen neuen Superstar - das weisse Baby!

    "Bäbie, Bäbie" tönt es aus allen Ecken wenn wir durch die Strassen gehen und einmal das Exotenbaby anzufassen scheint hier Pflicht zu sein. Für ein Mal in die Backe kneifen, das Händchen drücken, oder gerne auch ein Küsschen geben rennt man, meistens jedoch frau, auch gerne schon mal über die Stasse, wenn sie uns erst mal gesehen haben. Bei unserem ersten Marktbesuch ist uns richtig Angst und Bange geworden als sich die Leute um uns scharrten und würden wir die Lütte nicht immer im Tragegeschirr fest am Bauch geschnallt haben, wäre Sie wohl schon längst weg ;) Im Restaurant wandert Sie meist von einer Bedienung zur nächsten, was uns erstmal in ziemliche Aufregung versetzte. Mittlerweile sind wir ruhiger und freuen uns, dass wir in Ruhe essen können und schreiten erst ein, wenn die Kleine zum rumzeigen in der Küche verschwindet, oder erst mal zum Nachbarn getragen wird...

    Vieles müssen wir erst einmal lernen. Baby und Mücken, Baby und topische Temperaturen, Baby und vietnamesische Hygiene, Baby und ewiger Sonnenschein. Alles nicht so einfach, aber wir haben trotzdem jede Menge Spass und sind sehr glücklich. Wenn andere Eltern in der Nacht mit dem Auto in der Gegend rum fahren, damit das Kind einschläft - dann fahren wir hier mit dem Moped ;)

    Laura hat sich nach einigen schwierigen Tagen gut engelebt und macht alles sehr gut mit. Ich hab den Eindruck, dass Sie ganz gerne im Rampenlicht steht.

    Kerstin hat es da schon schwerer. Die ewige Hitze macht ihr zu schaffen und Sie teilt das Los vieler MAP (MitAusreisenderPartner), eine einigermassen sinnvolle Aufgabe zu finden. Na, es sind ja erst drei Wochen. Mit der Zeit wird sich da sicherlich was finden. MAP ist bei Kerstin eigentlich nicht der richtige Ausdruck. Für den DED sind nicht verheiratete Paare nicht akzeptiert und somit gibt es auch keine Leistungen. Weder Unterhaltsgeld noch Versicherung noch sonstige Unterstützung. Wenigstens haben wir den Flug bezahlt bekommen, weil der DED nach vielen Diskussionen eingesehen hat, dass Laura (die ja auch vor dem DED als meine Tocchter gilt) mit 6 Monaten noch nicht alleine reisen kann. Es liegt mir fern, meinen derzeitigen Arbeitgeber zu kritisieren, aber ich denke schon, dass der DED sich in diesem Punkt irgendwann mal reformieren sollte. Bei der GTZ (die grösste deutsche Organisation in der Entwicklungszusammenarbeit) sind unverheiratete Paare z.B. kein Problem...

    Der gute Lutz, mein Bruder, ist auch gerade hier und macht Abenteuerurlaub. 10 Tage mit einem Easy Rider unterwegs. Easy Rider, dass sind Mopedfahrer, die Touren ins Hinterland anbieten. Meiner Meinung nach eine der besten Möglichkeiten, Vietnam kennenzulernen. Lutz sitzt also bei dem guten Son auf dem aufgepolsterten Sozius seiner Win 100 und fährt zu Kaffeeplantagen, Seidenspinnereien, kleinen Bergdörfern, sieht die Geheimnisse des Mekong Deltas, ist typisch veitnamesisches Essen und trinkt Schnaps mit Schlangenblut. Ich bin mittlerweile 1 Jahr hier, aber so eine Tour habe ich noch nicht geschafft - irgendwie schade....

    Dafür habe ich anscheinend auf der Arbeit endlich Fuss gefasst. Ich fühle mich zusehends akzeptiert und wir fangen mit ersten Veränderungen in der Ausbildungshalle an. Ein bisschen Arbeitsschutz, eine neue Maschine, modernere Werkzeuge - und alle machen mit. Endlich bewegt sich was. Wird auch Zeit.

  • internationaler Frauentag

    Allen Frauen alles Gute und viel Kraft und Mut bei dem Kampf gegen Ungleichheit und Unterdrückung in dieser Welt!

    "Na, was der Ronald da schreibt ist doch wieder übertrieben und blöd" werden viele denken. Schliesslich schreibe ich in Deutsch und also vorrangig für Leute die in Deutschland leben. Na und in Deutschland ist dieser Tag eben auch schon ziemlich in Vergessenheit geraten.

    Ganz anders hier. Der intern. Frauentag wird hier, wie wahrscheinlich in allen noch bestehenden sozialistischen Ländern, sehr ernst genommen. Es gibt politische Veranstaltungen und heute machen die Männer die Hausarbeit - einkaufen gehen, kochen, Wohnung putzen, Blumen schenken. Das ist eine nette Tradition und alle freuen sich auf diesen Tag.

    Andererseits zeigt es natürlich auch, wie ausgeprägt und selbstverständlich hier das Rollenverhältnis ist. Die Frau gehört hinter den Herd und Eva Herman würde sich in Vietnam in vielem bestätigt fühlen. Darüber kann man und frau denken wie sie wollen. Fakt ist, dass Frauen auch und gerade in Vietnam sehr oft Opfer von Unterdrückung und Gewalt nicht nur in der Familie werden, dass in wichtigen Positionen in Politik und Wirtschaft selten Frauen zu finden sind und das es im Alltag eine klare Trennung zwischen dem "Männerleben" und dem "Frauenleben" gibt. In der Biahoi, dem vietnamesischen Biergarten, sitzen normalerweise Männer, lassen sich in enormer Geschwindigkeit volllaufen und schliessen die eigentlich wichtigen Geschäfte ab. Frauen sind dort nur als Bedienung, und dann meist als "Promogirls" mit kurzen Kostümen von "Fosters", oder "San Miguel", zu sehen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

    Ich denke, es gibt nicht nur hier noch viel zu tun in dieser Beziehung

  • Das wichtigste in Kürze

    Also, dann mal schnell das wichtigste aus den letzten 4 Monaten:

    Unsere kleine Laura macht sich prima und hält die gute Kerstin ordentlich auf trabb. Nu ist Sie mittlerweile 4 Monate alt und kann schon lachen und treten - was braucht man / frau mehr? Irgendwann in der zweiten Märzhälfte kommen die beiden hier her und ich freu mich schon riesig beide endlich wieder in meine Arme nehmen zu können. Der DED hat sich freundlicherweise bereit erklärt für beide die Flüge zu bezahlen! Da wir ja nicht verheiratet sind, ist das bei dem DED so eine Sache...

    Damit wir es auch gemütlich haben hier, habe ich die letzten Tage ein kleines Haus angemietet. Zwar auch mitten in dem Touristenviertel, aber sehr ruhig gelegen und mit Garten für die Lütte. Jetzt heisst es Möbel kaufen und alles nett einrichten.

    Auf der Arbeit läuft alles ganz gut. So richtig bewirken konnte ich zwar noch nichts und ausserdem gibt es immer wieder Phasen in denen ich recht frustriert bin, aber das braucht sicherlich alles seine Zeit. Jetzt bin ich 7 Monate hier und so langsam, langsam verstehe ich meine Aufgabe. Die Struktur von dem Ausbildungs-College und die ganzen Zusammenhänge der verschiedenen EZ-Organisationen, die hier zusammenarbeiten. Zur Zeit arbeite ich daran, den Neukauf einer CNC-Drehmaschine mit zu organisieren und die bestehende Ausbildung in der konventionellen Zerspanung zu modernisieren.

    Nächste Woche geht es mal wieder auf Dienstreise nach Hanoi. Fachgruppentreffen des DED und "Vollversammlung der TZ-Komponente des Koopperationsvorhabens zur Förderung der Beruflichen Bildung in Vietnam" - vielleicht versteht ihr jetzt, warum die Einarbeitung hier so lange dauert .

    Am 26.01. ist TET-Fest. Neujahr nach dem vietnamesischen Mondkalender. Drei Wochen lang geht hier gar nichts mehr. Schulen und Behörden haben geschlossen, die meisten Läden machen zu und alle fahren zu ihren Familien. Ich werde mir wohl ein kleines Motorrad mieten und mal ein wenig die Umgebung erkunden. In den Highlands im Hinterland soll es noch sehr ursprünglich sein. Mal sehen, ich werde euch berichten.

    Demnächst gibt es auch wieder neue Fotos auf der Fotoseite (www.ronald-rimpo.de/Fo)

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